Chancen der Integration nutzen

Arbeitgeber diskutieren über Vielfalt im Unternehmen

Um das Thema Unternehmenskultur ging es am vergangenen Donnerstag im Jobcenter AHA Kreis Soest: Birgit Rinke vom BVMW (2v.l.) beleuchte mit den Referenten Silke Rother (v.l.n.r.), Christiena Kirchhoff und Michael Hammerschmidt verschiedene Facetten dieses Themas.
Um das Thema Unternehmenskultur ging es am vergangenen Donnerstag im Jobcenter AHA Kreis Soest: Birgit Rinke vom BVMW (2v.l.) beleuchte mit den Referenten Silke Rother (v.l.n.r.), Christiena Kirchhoff und Michael Hammerschmidt verschiedene Facetten dieses Themas.

Die Vorteile und die Herausforderungen einer bunten Gesellschaft und vor allem einer bunten Mitarbeiterschaft standen am Donnerstag, 30. Januar 2020 im Mittelpunkt einer Veranstaltung des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) im Jobcenter in Soest. "Wichtig ist, sich klar zu machen, dass wir immer durch die eigene kulturelle Brille schauen. Nur wer dies weiß, kann sich anderen Einflüssen gegenüber öffnen", fasste Birgit Rinke vom BVMW, das Ergebnis des Abends zusammen. "Das schließt die Integration von Flüchtlingen ausdrücklich mit ein."

Gerade die Integration dieser Personengruppe in den Arbeitsmarkt erfordert eine gezielte Herangehensweise. "Oftmals gilt es zunächst die sprachlichen Hürden abzubauen", schildert Michael Hammerschmidt, Bereichsleiter des Jobcenters AHA Kreis Soest die Situation. "Ist diese Hürde genommen, ist unser Ziel die Integration. Ich meine damit die doppelte Integration. Denn wer eine Arbeit aufnimmt, wird darüber auch gesellschaftlich integriert. Das ist ein entscheidender Punkt." Denn daraus folgt, wer beruflich gut integriert ist, kann sich und seine Stärken in die Gesellschaft einbringen. "Das ist ein Gewinn für alle."

Silke Rother, Wirtschaftsmediatorin aus Soest und Christiena Kirchhoff, Interkulturelle Business Trainerin und Beraterin, machten in ihren Beiträgen deutlich, wie schwer sich Arbeitgeber teilweise tun, Personen aus anderen Kulturkreisen in ihre Unternehmen einzubinden. "Wir sollten uns als Unternehmer fragen: Geben wir allen Menschen, unabhängig von nationaler Herkunft, Alter, Geschlecht, etc. die gleichen Chancen im Bewerbungsprozess oder selektieren wir - teils unbewusst - und tragen so möglicherweise zum Fachkräftemangel bei?" so Christiena Kirchhoff. "Wir dürfen uns jederzeit bewusst sein, dass es ein großer Anpassungsprozess ist, sich auf eine andere Kultur einzustellen. Wertveränderungen brauchen Zeit", ergänzte Silke Rother.

In der Summe waren sich alle Veranstaltungsteilnehmer einig, es lohnt sich, sich auf andere Denkweisen und Haltungen einzulassen. Dadurch kann die eigene Firmenkultur bereichert und die Offenheit für neue Kollegen und Kolleginnen gestärkt werden.